Vita

1951 geboren in Mülheim / Ruhr 1971 – 1975 Studium der Malerei an der Folkwang-Hochschule Essen, grad. Designer
1985 – 1991 Freier Bühnenbildner, Köln
1993 – 1997 Kurator im Forum Bildender Künstler, Essen
2004 Gründung „BeSt Kunstraum“, Raum für Gegenwartskunst, Essen, mit Anne Berlit
2008 Gründung augenwerk-produktion mit Dana Savic
2012 – 2017 Kurator Städtische Galerie Schloß Borbeck, Essen
2017 verstorben in Essen - Kettwig

Farbräume und Malkörper

Peter Stohrer, der sich in seiner geordneten malerischen Grundhaltung seit vielen Jahren mit der Schaffung und Entwicklung von „Malkörpern“ auseinandersetzte, arbeitete mit Fundstücken jeglicher Herkunft. Sie bilden häufig die Basis für eine weitergehende gestalterische Auseinandersetzung, die dem Ideenprinzip von der „Fläche in den Raum“ folgt, respektive mit pseudoarchitektonischen Versatzstücken, die das malerische Handeln mal ergänzen und mal diesen entgegenwirken. Dabei spielt auch die Stofflichkeit der Farbe eine entscheidende Rolle: Ob pastos aufgetragen in Öl oder lasierend in Acryl, ihre Materialität schafft Gewichtungen in den Raum und über den Raum hinaus.Dabei entsteht eine Raum- und Körperwelt, die keine Größenmuster hat und die eine zumeist kantig gebaute, formale Strenge aufzeigt. Ihre Funktion siedelt sich im Sinn und Unsinn ironisch an, um sich zugleich aber auch im Faszinosum der ästhetischen Präsenz zu formulieren.

Die Malkörper unterliegen einer vielschichtigen Bearbeitung, in der neben dem malerischen Eingriff auch gespachtelt, geschliffen und unter dem Einsatz weiterer eigenständiger Materialien wie Papier, Glas und Folien gebaut und collagiert wird.Die formale Beobachtung und das Austarieren der möglichen finalen Erscheinung können längere Zeiträume in Anspruch nehmen und vollziehen sich im freien, durch die Künstlerhand ideell geprägten, ungebundenen Kontext.

Ein Malkörperfundus, eine Malkörpersammlung ist letztendlich das Ergebnis und bildet die Grundlage für seine Ausstellungen, in der die Malkörper sich visuell behaupten, subjektivieren und autonomisieren. Schließlich muten viele Arbeiten Peter Stohrers in ihrer Konstruktion und in ihrer Erscheinung wie amorphe Architekturen einer vergangenen oder auch kommenden Zeit an.

 

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